Geschichte
2011
Die Advents-Spendenaktion der Passauer Neuen Presse bringt 500.000 € für unsere Projekte ein. An die 30 Ärztinnen und Ärzte nehmen im Mai am E.ON Mitte Kassel Marathon teil – wir bekommen dabei Unterstützung vom Organisationsteam und dem Radiosender HR1. Der Unterstützerkreis – bestehend aus zunächst sechs Unternehmen – wird im April gegründet und nimmt umgehend seine Projektarbeit zusammen mit den Ärzten für die Dritte Welt auf.
Organisatorisch gibt es einige Veränderungen in den Gremien der Ärzte für die Dritte Welt: Aus persönlichen Gründen legt der bisheriger Präsidiumsvorsitzender Dr. Wolfgang Schafnitzl sein Amt nieder und verlässt den Verein. Desweiteren tritt Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe aus gesundheitlichen Gründen von seinem Präsidiumsposten zurück und erliegt nur kurze Zeit später seiner Krankheit. Stattdessen tritt Dr. Kurt von Rabenau dem Präsidium bei. Die beiden Vorstände Dr. Elisabeth Sous und Dr. Harald Kischlat übernehmen ihre Ämter hauptamtlich.
Weitere Verbesserungen und Sensibilisierung im Bereich des Schutzes von Kindern und Jugendlichen in allen Projektgebieten werden durchgeführt. Die Außenstation in Athi River, Nairobi (Kenia) wird Ende Juni geschlossen, da dort relativ wenig Bedürftigkeit, jedoch organisatorische Schwierigkeiten bestehen. Die Beratung und Betreuung von Schwangeren sowie Ernährungsprogramme für Kinder auf den Philippinen – besonders im ländlichen Gebiet um Buda – werden weiterentwickelt.
Das Projekt in Serabu, Sierra Leone wird vorangetrieben: Die Entwicklungs- und Aufbauarbeit sowie die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bewirken gute Erfolge, die Zahl der Behandelten steigt stetig.
200 Interessierte nehmen an der Veranstaltung Forum Ärzte für die Dritte Welt - German Doctors in Stuttgart vom 24.-25. September zum Thema "Medizin unter Armutsbedingungen" teil. Zum wiederholten Mal organisiert die Celesio AG ein Benefizkonzert des Deutschen Ärzteorchesters, das in diesem Jahr 27.000 € einspielt. Eine weitere Großspende – in Höhe von 780.000 € – gibt es von der Aktion Z - Altgold für die Dritte Welt. Zudem kommt beim Auftritt von Dr. Elisabeth Sous und Dr. Maria Furtwängler bei der ZDF-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ ein großer Spendenbetrag für unser Projekt in Chittagong zusammen.
2010
Als Ergebnis der FAZ Weihnachtsspendenaktion aus dem Vorjahr erhalten wir über 300.000 Euro für den Bau einer neuen Kinderstation in Kalkutta. Die Passauer Neue Presse startet tägliche Berichterstattung in der Vorweihnachtszeit, um Spenden zu Gunsten der Projekte der Ärzte für die Dritte Welt zu akquirieren. Unsere Kuratoriumspräsidentin Dr. Maria Furtwängler erhält die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber für ihr soziales Engagement.
Durch eine Veröffentlichung des Jesuitenordens wird bekannt, dass der Gründer und langjährige Leiter der Ärzte für die Dritte Welt im Rahmen der Jugendseelsorge in den 70er Jahren Kindesmissbrauch begangen hat. Die Trennung wird daraufhin schnell vollzogen und mit einer intensiven Aufklärungsarbeit in den eigenen Projekten begonnen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Prävention von Missbrauch beginnt innerhalb des Vereins; bald darauf wird die Child Protection Policy verabschiedet.
Die Celesio AG verstärkt ihre Unterstützung der Arbeit der Ärzte für die Dritte Welt – unter anderem beginnt der Bau einer Zentralapotheke in Kalkutta. Warner Brother Music und Amazon unterstützen uns mit einem Teil der Erlöse aller verkauften Tonträger. Außerdem gibt es erste Vorarbeiten zur Gründung eines Unterstützerkreises, die im darauffolgenden Jahr erfolgt.
Start eines neuen Projektes in Sierra Leone in Zusammenarbeit mit dem Serabu Community Hospital. In Kalkutta startet ein ambulantes Feeding-Programm mithilfe dessen unterernährte Kinder wieder aufgepäppelt werden sollen.
Zudem verabschiedet Ärzte für die Dritte Welt eine neue Vereinssatzung und beschließt eine Namensänderung: Aus „Ärzte für die Dritte Welt e.V.“ wird „Ärzte für die Dritte Welt - German Doctors e.V.“
2009
Ärzte für die Dritte Welt e.V. sind erstmals unter den Finalisten für den Conrad N. Hilton Humanitarian Award. Zusätzlich spricht die Conrad N. Hilton Foundation uns einen Zuschuss von $100.000 für unsere allgemeine Arbeit zu. Dieses Geld nutzen wir für unser Projekt in Kalkutta, Indien. Zum zweiten Mal finden Spendertreffen in Stuttgart, Köln/Bonn, Münster, Darmstadt, Berlin, Leipzig, Hamburg und München statt. Im Juni sendet die ARD einen Beitrag mit Maria Furtwängler unter dem Titel „Einsatz in Kalkutta - Maria Furtwängler und die German Doctors".
Ein Team der FAZ reist in unser Projekt nach Kalkutta und veröffentlicht mehrere Berichte in der FAZ.
Veranlasst durch eine Änderung des österreichischen Spendenrechts schließen sich unsere österreichischen Mitstreiter zu dem Verein Österreichische Ärzte für die Dritte Welt e.V. zusammen.
2008
In Nairobi/Kenia werden die Ärzte durch Unruhen zu Beginn des Jahres zu einer zweiwöchigen Arbeitspause gezwungen. Danach werden die Projekte in einem sich zunehmend stabilisierenden Umfeld wieder aufgenommen. In Bangladesch kämpfen die Helfer Anfang des Jahres mit einem ausgedehnten Hilfsprogramm gegen die Auswirkungen des Zyklons Sydr in der betroffenen Küstenregion. Im Laufe des Jahres starten zudem in Dhaka und Chittagong die Feeding-Programme für unterernährte Kinder.
Die Medizinische Leiterin der Arztprojekte, Dr. Lisa Sous, beginnt im April mit dem Aufbau einer Gynäkologengruppe für das Hospital von Buda auf den Philippinen.
Im Frühjahr wird durch finanzielle Unterstützung seitens Pro Interplast und des Deutschen Generalkonsulats ein Labor- und Röntgentrakt im St. Thomas Home in Indien eröffnet. Zudem engagieren sich die Ärzte dank finanzieller Hilfe des Auswärtigen Amtes auch für die Opfer der Überschwemmungen im nördlichen Indien.
Am 16. Juni werden die Ärzte für die Dritte Welt im Frankfurter Römer für ihr 25-jähriges Engagement geehrt. Im August wird ein neues Gebäude für das Feeding-Programm in Nairobi/Kenia eröffnet. Dr. Tobias Vogt wird im September für sein Tuberkulose-Programm in Indien mit dem Förderpreis der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ausgezeichnet. Das Jubiläum wird mit einem Festakt und einem Forum in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom gefeiert. Angeschlossen ist außerdem ein Benefizkonzert.
Der Festakt wird durch Grußworte des Bundespräsidenten Horst Köhler und der Bundeskanzlerin Angela Merkel begleitet. Festredner sind der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer und der Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Erich Stather. Moderatorin ist die Präsidentin der Ärzte für die Dritte Welt Dr. Maria Furtwängler. Ebenfalls im September erscheint das Jubiläumsmagazin der Ärzte für die Dritte Welt.
Im Dezember wird Ärzte für die Dritte Welt e.V. von PricewaterhouseCoopers im Rahmen des Transparenzpreises 2008 für eine qualitativ hochwertige Berichterstattung ausgezeichnet. In 25 Jahren haben über 2.300 Ärztinnen und Ärzte insgesamt über 4.300 unentgeltliche Einsätze für Ärzte für die Dritte Welt durchgeführt.
2007
Seit Beginn des Jahres wird das Projekt in Cebu/Philippinen eigenständig geführt. Es wurde seit Mai 2004 zunächst als Unterprojekt von Mindanao/Philippinen betrieben. Von nun an arbeiten ständig ein Langzeit- und ein Sechs-Wochen-Arzt vor Ort. Darüber hinaus werden auf den Philippinen bestehende Gesundheitstraining-Angebote kontinuierlich ausgeweitet.
In Bangladesch wird das sogenannte Nähprogramm neu eingeführt, das den Frauen eine Ausbildung in Heimarbeit ermöglicht.
Im März wird in Nairobi/Kenia das HIV-Programm mit Unterstützung des Staates ausgeweitet. Die Patienten erhalten nun im Rahmen der antiretroviralen Therapie auch Medikamente. Zusätzlich startet eine Aufklärungsaktion, bei der auf Slumrundgängen über Hilfsangebote informiert und den Bewohnern medizinische Grundlagen nähergebracht werden.
Am 30. August findet in Kalkutta/Indien in Anwesenheit des deutschen Generalkonsuls und einer Delegation unter Führung von MdB Volker Kauder die feierliche Eröffnung des Pushpa Homes statt. Hier können bis zu 30 tuberkulosekranke Kinder stationär betreut werden. Neben der medizinischen Betreuung wird viel Wert auf Schulunterricht und fördernde Freizeitaktivitäten gelegt.
Am 13. September erhält zudem unser Langzeitarzt Dr. Tobias Vogt für sein Engagement in Indien den Helmut-Stickl-Preis.
Zum ersten Mal werden in München, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Bonn, Neuss, Darmstadt und Frankfurt regionale Spendertreffen durchgeführt. Die Deutsche Telekom stellt dazu ihre Räumlichkeiten zur Verfügung und sorgt für die Bewirtung.
2006
Dr. Peter Fricke engagiert sich als Medizinischer Leiter der Arztprojekte. Bis Juni haben über 2.100 Ärztinnen und Ärzte in mehr als 3.800 Einsätzen in den Projekten der Dritten Welt hilfsbedürftige Menschen medizinisch versorgt.
Seit dem Frühjahr helfen in Baruipur, einer 30 Kilometer von Kalkutta entfernten Kleinstadt, zwei Ärzte, die verschiedenen Ambulanzen an einer Bahnstrecke zu versorgen, welche für die Armen gut erreichbar sind.
Im Juni übernimmt Dr. Harald Kischlat die Funktion des Generalsekretärs.
Bei einem Absturz mit einem Privatflugzeug kommt Dr. Peter Fricke auf tragische Weise ums Leben und hinterlässt eine große Lücke in der Projektarbeit.
Im Herbst übergibt Frau Dr. Maria Furtwängler in unserer zentralen Ambulanz im Stadtteil Howrah von Kalkutta/Indien ein von der Firma Siemens gespendetes Ultraschallgerät. Die diagnostischen Möglichkeiten können so deutlich erweitert werden.
Am 15. Juli wird auf den Philippinen das Buda Community Health Center feierlich eröffnet. Im Umkreis von 100 Kilometern ist das Hospital nun der einzige Anlaufpunkt für bedürftige Menschen. Die beiden deutschen Ärzte behandeln gemeinsam mit einer philippinischen Kollegin täglich bis zu 100 Patienten ambulant und stationär.
2005
Im Januar wird das Projekt in Nairobi/Kenia erweitert. Statt vier sind jetzt sechs Ärzte ständig vor Ort.
Im Frühjahr kann in Kalkutta/Indien mit der neuen Rolling Clinic die medizinische Hilfe durch zwei zusätzliche Ärzte ausgeweitet werden. Ihre Basis ist die zwei Stunden südlich von Kalkutta gelegene Stadt Baruipur.
Im Juni wird im Stadtteil Manda von Dhaka/Bangladesch das neue Arzt- und Slumschulzentrum eingeweiht.
Die Ärzte sind jetzt in Nicaragua neben Managua auch in Ocotal tätig. Hier werden auch Zahnärzte eingesetzt.
Ab Herbst sind auf der Insel Cebu/Philippinen regelmäßig zwei Ärzte im Einsatz. Sie versorgen die Menschen auf den Müllhalden in den Slumgebieten von Cebu City.
2001
Die Aktivitäten der Ärzte für die Dritte Welt in Caracas/Venezuela werden ausgebaut: Ein zweiköpfiges Ärzteteam nimmt im Januar ein neues Projekt in Angriff, das die arme Bevölkerung des Barrios Catia versorgt.
Ab März wird das Nairobi-Projekt durch ein AIDS-Counselling-Programm ergänzt. In Zusammenarbeit mit den Ärzten vor Ort werden einheimische Mitarbeiter geschult, die HIV-positive Patienten beraten und betreuen sollen.
Im November beginnt in Caracas/Venezuela auch ein Zahnarzt seine Tätigkeit.
2000
Im Januar dreht die ARD mehrere Beiträge über die Arbeit der Ärzte in Kalkutta/Indien. Prominenteste Ärztin im Einsatz ist Dr. Maria Furtwängler.
Im Mai wird in Valencia/Philippinen das Krankenhaus um eine TB-Station erweitert. In Dhaka wird im Juli eine neue Schule auf extra gemietetem Privatgrund eingeweiht. Im September startet in Chittagong/Bangladesh mit zwei Ärzten das achte Projekt.
Die Kinderärztin Dr. Gudrun Kern, eine der inzwischen zahlreich tätigen Senioren, beginnt im November in Kalkutta ihren 22. Einsatz.
Aus Sicherheitsgründen muss Ende des Jahres in Cali/Kolumbien das Arztprojekt nach 15 Jahren eingestellt werden.
Lesen Sie hier die Geschichte 1983-1999.